Wasserbett oder normales Bett – Der Kampf beginnt

Mann und Frau schlafen für gewöhnlich zumindest in den ersten Jahren ihrer Zweisamkeit in einem gemeinsamen Bett. Damit die Harmonie auch außerhalb romantischer Stunden erhalten bleibt, sollte dieses Bett aber auch beiden gefallen. Auf der linken Seite die Borussia Dortmund Bettwäsche, auf der rechten die geblümte Satin Verzierung? Herrenseite nicht dekoriert, Frauenseite liebevoll mit Puppen, Kuscheltieren oder kleinen Kissen verschönert? Das passt nicht zusammen, deswegen muss bei jedem Doppelbett ein gewisser Konsens zwischen den darin schlafenden Personen herrschen. Die alles entscheidende Frage wird schon bei der Anschaffung des Betts gestellt. Ein normales Bett oder ein Wasserbett? Letztendlich wird „er“ nachgeben, wenn „sie“ mit getrennten Schlafzimmern droht, weil sie ja schon längst ein tolles Wasserbett ausgesucht hat und ihn nur noch überzeugen muss, dieses auch so toll zu finden, wie sie selbst.

Männer schlafen überall?

Zumindest im angetrunkenen Zustand schlafen die Herren der Schöpfung angeblich überall. Man fand einzelne Exemplare nicht nur auf der Couch – schnarchend und auf die Ur-Instinkte reduziert – sondern auch schon im Hausgang, vor der Haustüre, im Auto und an den Kleiderschrank gelehnt. Doch sofern der Alkohol nicht seine Wirkung zeigt, ist es den Herren schon wichtig, dass ihr – von der harten Arbeit gepeinigter – Rücken auf einer entspannenden Unterlage die Nachtruhe-Position einnimmt. Immerhin sind nächtliche oder dauerhafte Rückenschmerzen des Mannes auch für die Dame des Hauses nicht unbedingt ein Vorteil. War er zunächst ein hartnäckiger Vertreter der Bandscheibenmatratze, so könnte es jedoch durchaus der Fall werden, dass er dank Heizung und perfektem Druckausgleich das Wasserbett plötzlich sogar als seine Idee präsentiert. Er nimmt bei der Besichtigungsrunde mit den Freunden, die das neu eingerichtete Schlafzimmer nach dem Bettenkauf natürlich sehen müssen, zähneknirschend die mit Sonnenblumen gespickte neue Bettwäsche hin, zeigt jedoch stolz auf die Flagge seines Lieblings-Fußballvereins, um zu beweisen, dass er doch im Haus die Hosen an hat.

Die Diplomatie der Frau, bewiesen beim Bettenkauf

In manchen Beziehungen spricht die Frau, während der Mann nickt. Dementsprechend könnte man die Partnerschaft, in der die Frau ihrem Mann die Argumente für das Durchsetzen ihres Planes vom Wasserbett in den Mund legt, schon beinahe als harmonisch bezeichnen. Da werden alle Waffen der Diplomatie benutzt, werden alle Register des Charmes gezogen. Überrollt von so viel Information in den schnell gesprochenen Worten stimmt der Mann dem Kauf zu – verarbeitet hat er die Menge an Gehörtem frühestens zu Hause beim Abendessen.

Dem Leser, dem dies nun etwas konstruiert vorkommt, sei gesagt, dass es durchaus Beziehungen gibt, in denen der Bettenkauf so ablaufen könnte. Allerdings ist dies eine Ansammlung von Klischees, die in Wahrheit wohl kaum in dieser Häufung der Fall sein dürften. Viele glückliche Paare kaufen sich ihre Wasserbetten wirklich gemeinsam, entscheiden zusammen und genießen auch die Stunden darin – schlafend oder wach.